ANTIFA AKTIONSTAGE
10./11.6.89 in Saarbrücken

Das DVU-Treffen in der Kongreßhalle am 11.6. (1.500 geladene Faschisten) verhindern!

Aktionskalender
Samstag, 10.6.89
10.30 Anti-Fa DEMO, Landwehrplatz
14.30 Filme in der Feuerwache
16.00 DISKUSSION über das Vorgehen an der Kongreßhalle am 11.6.
20.00 SOLIDARITÄTSKONZERT im Juz Försterstraße
Sonntag, 11.6.89
8.00 Treff zum Frühstück Feuerwache, von dort aus spätestens
10.00 Treffpunkt Kongreßhalle
Am 7.6. Demobesprechung um 20.00 Uhr Feuerwache Saarbrücken


AUFRUF FÜR DIE DEMO AM 10.6. IN SAARBRÜCKEN: GEGEN FASCHISMUS UND REPRESSION
FÜR DIE ZUSAMMENLEGUNG!

Mit der Demo gegen Faschismus und für die Zusammenlegung der Gefangenen wollen wir ein Antifaschistisches Aktionswochenende verbinden, wobei es für uns wichtig ist, nicht nur Protest innerhalb der Demonstration und den Kundgebungen auszudrücken, sondern auch konkret die Veranstaltung der DVU am darauffolgenden Tag (zu der 1100-1500 geladene Nazis erwartet werden) zu verhindern.

In der letzten Zeit wird es immer unübersehbarer: Die Faschisten werden wieder hochgepäppelt; Sie trauen sich immer offener aus ihren Löchern hervor. Täglich rassistische und faschistische Propaganda, Werbespots und Plakate,
der Saarländische Rundfunk spielt "Deutschland, Deutschland über alles .."
Nicht daß es jetzt mehr Faschos gibt als bisher - aber ihre Rolle ist aufgewertet worden; Sie sind für die, die in diesem Land das Sagen haben wichtiger geworden. Sie dürfen in internen Industriellenkreisen ihre Ideen ausbreiten und dann werden die Scheckbücher gezückt (Schönhuber z,B. 1986: 2,4 Mill DM und vorige Woche ein weiteres Mal in Düsseldorf).
Das hat seinen Grund: Um sich einen Ausweg aus der Krise zu verschaffen, mit der "europäischen Karte" in Richtung Weltherrschaft, müssen die Imperialisten diesen Plänen alles unterordnen.
Das verstärkte Auftreten der Faschisten, ihr Heraustreten aus dem Schatten der Stammtische ist Ausdruck einer Polarisierung der gesellschaftlichen Widersprüche und der bröckelnden bürgerlichen Demokratie-Fassade.

Immer mehr Menschen sind betroffen von den Auswirkungen der Krise dieses Systems, immer mehr Menschen spüren am eigenen Leib die härter werdenden Lebensbedingungen. Hier greift die Propaganda der Faschisten und hier erfüllen
sie auch die Funktion für ihre Geldgeber. Sie sollen die Wehrlosesten unter uns zu Sündenböcken machen (damit die wahren Schuldigen in Ruhe weiter das große Geld machen können). Sie richten ihren blutigen Terror meist gegen diejenigen, die auch von der Staatsgewalt als Ausgegrenzte und Unerwünschte verfolgt werden. Sie sollen uns Lösungen anbieten, die nur Lösungen für die Herrschenden sind. Sie sind die Antwort auf den sich entwickelnden Widerstand.

Für die Demo und die Zielsetzung der Demo gilt speziell für Saarbrücken, daß die SPD-Veranwrotlichen Naziveranstaltungen genehmigen und SPD-Oberbürgermeister Köpenik öffentlich erklärt, daß er auch weiterhin Räume der Stadt für solche Faschisten-Veranstaltungen zur Verfügung stellen wird. Weiterhin denkt die SPD-Stadtverwaltung nicht daran, etwas gegen den Terror und die Angriffe durch Fascho-Banden zu unternehmen. Speziell im Einwohnermeldeamt, wo sie während ihren Unterschriftensammlungen Infostände aufbauen konnten. Dies ergänzt sich mit der Behandlung von "Ausländern durch dje Stadt (Zwangsinternierung von Asyl BewerberInnen im Lager Brebacher Landstraße.) Auch werden Infostände der Faschisten genehmigt und gleichzeitig Hetzjagden auf Antifaschisten durchgeführt. Bedient wird sich dabei einer Polizei, die sich nicht nur verbal den Faschisten annähert. Einen besonderen Ruf machte sich da das Revier "Karcherstraße".

Dies und die Nazis sind nur ein Teil dessen, was uns die Luft zum Atmen nehmen soll. Sie sind Mittel zur Absicherung der herrschenden Verhältnisse und bekommen ihre besondere Wirkung gerade durch das Zusammenspiel mit der Medienhetze und dem offenen und verdeckten Terror staatlicher Organe. Nicht umsonst steht der saarl. Landesvorsitzende der REPs, H.H. Keßler, auf der Gehaltsliste der "Saarbrücker Zeitung" und sein Stellvertreter Weiss ist Polizeimeister im Revier Brebach.

Sie gehören genauso zu diesem staatlichen Angriff gegen uns wie die neuen Sicherheitsgesetze, wie der §129a, die Isolationsfolter und das durchstrukturierte Knastsystem von Anpassung oder Vernichtung. Hiermit werden immer mehr Ansätze von Widerstand kriminalisiert und auch gegen ausländische Organisationen vorgegangen; z.B. gegen kurdische Genossen, die sich z.T. seit dem 10.4. mit einem Hungerstreik gegen ihre Haftbedingungen wehren. Noch richtet sich dieser Maßnahmenkatalog gegen wenige, geschaffen wurde er aber zur Bekämpfung von Massenbewegungen! Wie wichtig dieses Instrumentarium der inneren Kriegsführung für die Regierenden ist, zeigte ihr Verhalten im letzten Hungerstreik, in dem ca. 80 Gefangene u.a. für ihre Zusammenlegung in große Gruppen kämpften: Die Verantwortlichen waren bereit, Tote in Kauf zu nehmen, ja sie redeten sie herbei, um nur nicht den Grund des Streiks, die Isofolter, abzuschaffen.

Der Hungerstreik ist beendet - der Kampf um Zusammenlegung nicht! Es wird bei diesen unmenschlichen Haftbedingungen bleiben, wenn wir nicht zusammenkommen und uns gegen diesen Staat durchsetzen. Wir sehen darin eine zentrale
Frage für die Linke, wie im Knast mit Leuten von uns umgegangen werden kann! Die Gefangenen brauchen unsere Unterstützung und wir brauchen die Diskussion mit den Gefangenen!

Wie es weitergehen kann und daß wir uns gemeinsam durchsetzen können, wenn wir uns zusammenschließen, war für uns Linke in Ansätzen spürbar während dem Hungerstreik und in der Bewegung, die sich darin auch in Saarbrücken entwickelt hat. Aus dieser Erfahrung, daß offensives Handeln möglich ist, ist auch dem immer frecheren Auftreten der Faschisten direkter entqeqenqetreten worden.

Möglich wird dies durch die Tendenz hier in Sbr., es als ein gemeinsames Interesse zu begreifen, zu einer Kraft zu werden. Übergriffe gegen einzelne Leute und Gruppen wird immer mehr als Angriff auf uns alle begriffen. Wir lassen uns durch die Repression nicht mehr spalten! ! !
Auch den Nazis können wir nur gemeinsam begegnen. Aber nicht nur das: Wir müssen zu einer Kraft werden, die immer mehr zu einer Alternative zu diesem Staat und seinen Nazis wird.


FÜR VÖLKERFREUNDSCHAFT, GLEICHBERECHTIGUNG UND SOLIDARITÄT !
ALLE NAZIVERBÄNDE ZERSCHLAGEN!
DEM POLIZEITERROR EINE GRENZE SETZen!
ZUSAMMENLEGUNG DER GEFANGENEN DURSCHSETZEN !

ZUSAMMENLEGUNG DER KURDISCHEN, PREILASSUNG DER IRISCHEN GEFANGENEN !
FREILASSUNG VON INGRID STROBEL!
WEG MIT § 129 a
HAFENSTRAßE BLEIBT..

Dieser Aufruf wird unterstützt von:
Antifa-Plenum SB, SIGNA (Saarbrücker Initiative gegen Neofaschismus und Ausländerfeindlichkeit mit VertreterInnen von: VVN, SDAJ, DKP, Die Falken, Jusos u.a.), SDAJ-Vorstand SB, Autonome und Antiimperialisten, Punkerplenum SB, Anti-IWF-gruppe, Frauen gegen Gentechnologie, JuZ Eschberg, AJZ Homburg, Juz Dillingen, Autonome Antifa KL, Infoladen KL (Umwälzzentrum), Deutsche Friedensgesellschaft/Vereinte Kriegsdienstgegner, Verein zur Förderung friedenspolitischer Bildungsarbeit.

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